„Die Trauer, das Weh, die Erinnerung.“

 „Es war dir bewusst, dass die Hinreise nach G. – vormals L. – eigentlich eine Rückreise war.“ Wer spricht hier mit wem und worüber? Der Satz findet sich in dem Roman „Kindheitsmuster“ von Christa Wolf. Im Sommer 1971 fährt die Autorin mit ihrem Mann, der jüngeren Tochter und dem Bruder nach Gorzów Wielkopolski, das vor 1945 Landsberg an der Warthe war. Die Familie habe es so gewollt, bemerkt sie und ergänzt etwas abschätzig : „Der Tourismus in alte Heimaten blühte“.  In die Rubrik „Begründung“ des damals noch notwendigen Antrags auf ein Visum trägt sie „Stadtbesichtigung“ ein, fügt im Roman allerdings hinzu: Besichtigung der sogenannten Vaterstadt.

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Wszystkiego dobregu w nowym roku!

Świebodzin (Schwiebus): Eine der größten Christus-Statuen der Welt, mit Unterbau 52,50 m hoch. Erst die verrückte Idee eines Pfarrers, heute Touristenattraktion.

Ganz umsonst waren die diversen Polnischkurse bei Pani Anna, Pani Aleksandra und Pani Lidia doch nicht: Man kann im Warschauer Bahnhof eine Fahrkarte nach Krakau kaufen, Speisekarten lesen und an der Rezeption fragen, ab wieviel Uhr es Frühstück gibt. Und man erntet immer wieder ein erstauntes Lächeln: „Ah, pani mówi po polsku?“ Das wiederum führt regelmäßig zu einer völligen Fehleinschätzung der eigenen Möglichkeiten und zieht einen Wortschwall in abenteuerlicher Sprechgeschwindigkeit nach sich, nach dem man kleinlaut um Verständigung auf englisch bittet. Alternativ kann man auch freundlich nicken und hoffen, dass die Zustimmung zu was auch immer keine negativen Konsequenzen hat. Nun denn: Alles Gute im neuen Jahr! Wir starten einen Rückblick auf unsere Reisen nach Polen und beginnen mit einigen Appetithappen.

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