Der Zoch kütt, hoffentlich!

KARNEVALSORDEN

Es ist Ende Februar 2020  und der Karneval, seit 2014 als immaterielles Kulturerbe auf der Unesco-Liste, ist lange schon im anschwellenden Taumel, die diesjährige Session erlebt mit den großen Zügen am Rosenmontag  ihren Höhepunkt, wenn es der Klimawandel zulässt. Aber am Aschermittwoch lässt sich der am Martinstag  2019 erwachte Hoppeditz in Düsseldorf unter wehmütigsten Trauergesängen im Garten des Stadtmuseums begraben. Fröhlichkeit ist ansteckend und so hat  die Karnevalsidee auch außerhalb des Rheinlandes viele Anhänger gefunden. Lokale Faschingstraditionen werden insbesondere in katholischen Gegenden Jahr für Jahr gepflegt. „Der Zoch kütt“ aber auch in protestantisch geprägten Städten. Weiterlesen

Der Nobelpreisträger aus Erkner

Thiel wohnt in Schönschornstein und rudert jeden Tag mit dem Kahn hinüber nach Erkner, von wo aus er seinen Arbeitsplatz am Gottesbrücker Weg rechts vor der Bahnschranke erreicht. Wulkow muss mit seinem Schiff mehrere Tage an der Woltersdorfer Schleuse anlegen, weil ihn das Eis dort zurückhält. Henriette Jahn fährt am Totensonntag nach Rüdersdorf, um auf den Gräbern ihrer Eltern Lichter anzuzünden. Was diese drei Personen miteinander zu tun haben? Es sind Figuren aus dem Werk Gerhart Hauptmanns: aus „Bahnwärter Thiel“, „Der Biberpelz“ und „Die Ratten“.

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Sie wohnen hier nicht mehr

Ruth Berghaus (1927-1996) und Paul Dessau (1894-1979) haben in Zeuthen gewohnt, in einem Flachbau direkt an der Dahme, sozusagen auf einem Seegrundstück. Die Choreographin und Regisseurin und ihr Ehemann, der Komponist, arbeiteten häufig zusammen, sie inszenierten gemeinsam Ballette und Opern.

Lothar, ehemaliger Tänzer und Choreograph und heute mit seinen 81 Jahren immer noch gestrenger Leiter einer etwas angejahrten Truppe von Bewegungsfreudigen, erinnert sich an folgende Episode aus den sechziger Jahren: In der Staatsoper gab man „Die Liebe zu den drei Orangen“ von Sergej Prokofjew. Das Publikum war von den ungewohnten Klängen verstört und buhte ausdauernd. Paul Dessau habe vom Rang herab geschrien: „Ihr Idioten! Ihr habt ja gar keine Ahnung!“ und Ruth Berghaus habe hinter dem Vorhang ihm, dem jungen Eleven, aufgetragen, hochzulaufen und den Rasenden zum Schweigen zu bringen. Aber er habe sich nicht getraut. Weiterlesen

Buchinger in Bevensen

Die Ratsapotheke – das älteste Haus der Stadt.

Im Dezember kam einiges zusammen: diverse Advents- bzw. Jahresabschlussfeiern, das Plätzchenpaket von Tante Marlene, die Weihnachtsgans bei Angela, so dass die gewohnte Bekleidung zwickte und zwackte und der morgendliche Blick auf die Waage zur Mutprobe wurde. Zudem haben wir mehrfach gute Erfahrungen mit dem Fasten gemacht, im Ergebnis neben dem Gewichtsverlust eine allgemeine Belebung und sehr deutliche Blutdrucksenkung. Nach dem Bayrischen Wald und der Sächsischen Schweiz in den Vorjahren fiel diesmal die Wahl auf die Lüneburger Heide. Bad Bevensen ist gut mit der Bahn erreichbar und bietet alle nur denkbaren Annehmlichkeiten für den Kurgast. Bei Langeweile sind Ülzen und Lüneburg schnell erreichbar.

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Und wo waren die anderen?

Die besten Bilder bleiben im Kopf! M. & K.

Erfreulicherweise gibt es immer noch viele Freunde und Bekannte, die uns Postkarten schreiben. Alle werden aufbewahrt.Wir haben einmal Schubläden und Schuhkartons durchsucht und einige schöne Exemplare herausgesucht. Euch allen herzlichen Dank!

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Frohe Weihnachten!

Joyeux Noël- Merry Christmas- Buon Natale- Wesołych Świąt Bożego Narodzenia- Καλά Χριστούγεννα- Zalig Kerstfeest- Feliz Navidad- Kellemes Karácsonyi Ünnepeket- Прекрасного Рождества- Noeliniz kutlu olsun- Crăciun fericit- 聖誕快樂 新年快樂- Nollaig Shona Dhuit- Glædelig Jul- عيد ميلاد مجيد –  Hyvää Joulua – und natürlich: Etho Bricho!

Adeste fideles!

Weihnachtsmärkte können einen fertigmachen. Die einen sind eine Kirmes (der Berliner sagt dazu treffend Rummel) mit Fahrgeschäften, Losverkauf und Schlagerberieselung, die anderen bieten nur Fressbuden mit Glühweinausschank und „Jingle-Bells“-Dauerschleife. Wäre ein Kunsthandwerker-Markt die Alternative? Gefilztes, Gestricktes, Getöpfertes? Bitte, wem’s gefällt bzw. wer noch ein Geschenk braucht… Aber was hat das mit Weihnachten zu tun? Ach ja, es gibt Strohsterne zu kaufen.

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Ein Abstecher nach Vienne

 

Bequem mit dem Regionalzug erreicht der Reisende, der für ein paar Stunden die Metropole Lyon Richtung Süden verlässt, Wien im Delfinat, wie der Ort Vienne einst auf Deutsch hieß. Eine Kleinstadt zu beiden Seiten des Rhône mit rund 30 000 Bewohnern. Joseph Roth ist hier gewesen und hat ein Feuilleton über seinen Aufenthalt verfasst. Noch immer lässt sich sein Urteil, die Stadt Vienne sei „mitten in ihrer Schönheit gestorben“, nachvollziehen. Ein wichtiges Zentrum des römischen Galliens, war es später Sitz der Fürsten und Könige, gehörte mehreren Nationen an. Der Burgunderkönig Konrad III. machte Vienne 931 zur Hauptstadt seines Reiches, hundert Jahre später fiel es an das Heilige Römische Reich. Auf dem Konzil von Vienne 1312 wurde hier die Zerschlagung des Templerordens beschlossen, aber auch die Einführung des Feiertags Fronleichnam. Schließlich vollzieht der Erzbischof Jean de Poitiers 1451 den Anschluss an das französische Königreich und spätestens nach der Französischen Revolution hat der Ort seine politische Bedeutung eingebüßt.

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