Ein Land voll Geschichte

„Kalter scharfer Wind empfing mich auf der Höhe. Dicht in den Mantel gehüllt, sah ich ein schönes und eindringliches Bild: über altes Gemäuer hinweg ringsum die umbrische Landschaft, licht und grün, von einem gewaltigen Kreis hoher, noch mit Schnee bedeckter Berge eingeschlossen. Jeder Blick streift nah oder fern irgendeine alte berühmte heilige Stätte, da liegen Spoleto, Perugia, Assisi, Foligno, Spello, Terni, dazwischen hundert kleinere Orte, Dörfer, Kirchen, Höfe, Klöster, Burgen und Landhäuser, ein Land voll Geschichte, voll römischer und noch vorrömischer Denkmäler, durchflossen vom kleinen Fluss Clitumnus.“ (Hermann Hesse in Montefalco, 1907)

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Heilige, Erdbeben und Linsengerichte

Der junge Giovanni Bernardone, Sohn eines wohlhabenden Tuchhändlers, führt ein sorgloses und freizügiges Leben. Als ein Krieg zwischen benachbarten Provinzen ausbricht, wird er, wie es für Männer seines Standes üblich ist, Soldat, um Ruhm und Ehre zu erwerben. Doch er gerät in Gefangenschaft und verbringt als Zwanzigjähriger mehrere Monate in Haft. Einige Zeit später passiert etwas Seltsames; Giovanni begegnet einem Aussätzigen, ist schockiert, fühlt sich abgestoßen ─ ein Schlüsselerlebnis. Fortan scheint er, der Angehörige der Oberschicht, die Lage der Armen, der Bettler und unversorgten Kranken mit anderen Augen wahrzunehmen. Wir befinden uns im Jahr 1206 und kennen den Mann aus Assisi besser unter seinem Spitznamen Francesco (Französlein), den man ihm wegen der Herkunft seiner Mutter verpasst hat. Franz sagt sich mit 25 öffentlich von seinem Vater los (Giottos Vorstellung von dieser Szene zeigt das obige Bild), verzichtet auf dessen Geld und widmet sein Leben fortan der tätigen Nächstenliebe und dem Glauben.

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Schifffahrt, Weinbau, Biotürme

Ausflüge in eine Braunkohlefolgelandschaft (2016 und 2020)

Damals war’s …

Wer schon länger vor der Schleifung der Mauer in Westberlin wohnte, hatte wenig Kontakt mit der DDR – es sei denn, er unterzog sich der Mühe, sich einen Passierschein ausstellen zu lassen und nach Umtausch von 25 Westmark in 25 Ostmark in die Hauptstadt der DDR aufzubrechen. Dort roch es zwar ein wenig anders als im Westen – das lag an den Trabis. Die Abgasluft aus den Kaminen der Wohnhäuser  aber hatte eine vergleichbare Duftnuance, und der Grund war, dass sie (Luft und Duft) in beiden Teilen der Stadt aus der Lausitz, einer im Westen nur erdkundlich Gebildeten bekannten Region, kamen.

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Rom, (Rück-)Blicke

Seit Jahrhunderten zieht es Reisende nach Rom. Wurden im Mittelalter vor allem Märtyrergräber und heilige Stätten aufgesucht, setzt im siebzehnten Jahrhundert der andauernde Bildungstourismus ein. Der heutige Besucher der Metropole wird  sicher nicht nur ein Selfie vor dem Kolosseum machen  und  eine Münze in den Trevi-Brunnen werfen wollen, er muss aus der Überfülle des Sehenswerten auswählen.

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Kleine Fluchten

Spazierengehen ist erlaubt, sogar dann, wenn es nicht unmittelbar vor der eigenen Haustür ist. Also mal kurz in den Wanderführer geguckt, einen schönen Rundweg (Wald und Wasser) ausgesucht; 10 km, das ist gemütlich … und los!

Hier beginnt der Weg in Leuenberg, ein Abschnitt des 66-Seen-Wanderwegs.

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MANN – ganz geheim

Im Museo Archeologico Nazionale di Napoli gibt es ein so genanntes Geheimes Kabinett, das unter 14-Jährige nur in Begleitung Erwachsener betreten dürfen. Es enthält überwiegend Objekte aus Pompeji: Fresken, Skulpturen, Mosaike und Gegenstände des häuslichen Bedarfs, aber auch Grabstelen etruskischer Herkunft. Seit 1821, als die Fundstücke der Ausgrabungen nach verschiedenen Kriterien klassifiziert wurden, war die Sammlung entweder gar nicht oder nur eingeschränkt zu besichtigen. Zeitweilig war sogar der Zugang zugemauert. In Pompeji und Herkulaneum verbliebene Fresken erotischen Inhalts wurden mit Metalltüren versehen, die gegen eine besondere Gebühr für männliche Interessenten aufgeschlossen werden konnten. Bis in die 1960er Jahre hat man so die Frauen konsequent von diesen Artefakten ferngehalten. Erst im Jahr 2000 wurde die Sammlung dann allgemein zugänglich, seit 2005 ist sie in speziellen Räumen, ein wenig abseits der großen Säle und mit Warnschildern versehen, untergebracht.

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Noch einmal raus…

…jedenfalls bis auf weiteres. Denn eine Ausgangssperre wird kommen, früher oder später. Die rapide steigenden Fallzahlen, das Beispiel des umgebenden Auslands und die Unvernunft der Spaßgesellschaft lassen keinen anderen Weg zu.

Wir sind am Sonntag sehr früh nach Bad Saarow gefahren, konnten sogar – mit Sicherheitsabstand – im spärlich besetzten Bäckerei-Café Dreißig Kaffee trinken und dann auf der Seepromenade die Sonne genießen.

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Neapel sehen …?

Als Angehörige der Risikogruppe hören wir auf das, was uns die italienische Presse rät: Anziani a casa! Alte, bleibt zu Hause! In diesen Zeiten unterwirft man sich eben der Autorität der Virologen. Zumal heute die Nachricht kam, dass einige Regionen und Städte Norditaliens zur Sperrzone erklärt werden und sowieso im ganzen Land Museen, Theater und sonstige Orte, an denen Menschen aufeinander treffen, geschlossen sind. Wir haben also unsere für März geplante Reise nach Neapel, Benevento, Caserta und vor allem Herkulaneum und Pompeji auf unbestimmte Zeit verschoben. Im letzten Jahr waren wir auf der Rückreise von Sizilien im Archäologischen Museum von Neapel, das einen Teil der außerordentlichen Fresken Pompejis zeigt und eine einmalige Skulpturensammlung besitzt. Hier einige Eindrücke:

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Der Nobelpreisträger aus Erkner

Thiel wohnt in Schönschornstein und rudert jeden Tag mit dem Kahn hinüber nach Erkner, von wo aus er seinen Arbeitsplatz am Gottesbrücker Weg rechts vor der Bahnschranke erreicht. Wulkow muss mit seinem Schiff mehrere Tage an der Woltersdorfer Schleuse anlegen, weil ihn das Eis dort zurückhält. Henriette Jahn fährt am Totensonntag nach Rüdersdorf, um auf den Gräbern ihrer Eltern Lichter anzuzünden. Was diese drei Personen miteinander zu tun haben? Es sind Figuren aus dem Werk Gerhart Hauptmanns: aus „Bahnwärter Thiel“, „Der Biberpelz“ und „Die Ratten“.

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