Rom, Stadt der Dichter

So sah ihn sein Freund Heinrich Wilhelm Tischbein, mit dem Goethe 1786 bis 1788 in der Via Corso 18 zusammenwohnte. Heute befindet sich in der Wohnung das einzige Museum Deutschlands im Ausland, die Casa di Goethe.

Und so sah ihn Andy Warhol, der dort ebenfalls ausgestellt ist.

»Römische Elegien«

I.
Saget, Steine, mir an, o sprecht, ihr hohen Paläste!
Straßen, redet ein Wort! Genius, regst du dich nicht?
Ja, es ist alles beseelt in deinen heiligen Mauern,
Ewige Roma; nur mir schweiget noch alles so still.
O wer flüstert mir zu, an welchem Fenster erblick ich
Einst das holde Geschöpf, das mich versengt und erquickt?
Ahn’ ich die Wege noch nicht, durch die ich immer und immer,
Zu ihr und von ihr zu gehn, opfre die köstliche Zeit?
Noch betracht’ ich Kirch’ und Palast, Ruinen und Säulen,
Wie ein bedächtiger Mann schicklich die Reise benutzt.
Doch bald ist es vorbei; dann wird ein einziger Tempel,
Amors Tempel nur sein, der den Geweihten empfängt.
Eine Welt zwar bist du, o Rom; doch ohne die Liebe
Wäre die Welt nicht die Welt, wäre denn Rom auch nicht Rom.

 

Im Park der Villa Borghese befindet sich ein pompöses Goethe-Denkmal, ein Geschenk von Kaiser Wilhelm II.an die Stadt Rom. Der Anlass war nicht etwa Goethes Geburtstag, sondern sein eigener im Jahr 1902.

Nicht weit entfernt steht Conrad Ferdinand Meyers Römischer Brunnen:

Aufsteigt der Strahl und fallend gießt
Er voll der Marmorschale Rund,
Die, sich verschleiernd, überfließt
In einer zweiten Schale Grund;
Die zweite gibt, sie wird zu reich,
Der dritten wallend ihre Flut,
Und jede nimmt und gibt zugleich
Und strömt und ruht. 

(7. Fassung von 1882)

„Eines Morgens wachte ich auf und war berühmt“, soll Lord Byron nach der Veröffentlchung des ersten Cantos von „Childe Harold“ gesagt haben. Vor allem Frauen schwärmten für den Text. aber wie man sieht, gibt es auch männliche Bewunderer. Auf dem Sockel des Denkmals findet sich die folgende Strophe:

„Oh Rome! my country! city of the soul!
The orphans of the heart must turn to thee,
Lone mother of dead empires! and control
In their shut breasts their petty misery.
What are our woes and sufferance? Come and see
The cypress, hear the owl, and plod your way
O’er steps of broken thrones and temples, ye!
Whose agonies are evils of a day–
A world is at our feet as fragile as our clay.“
(IV: LXXXVIII).

Das Keats-Shelley-House, ein weiteres römisches Literaturmuseum, befindet sich direkt neben der Spanischen Treppe. Hier lebte Keats von Mitte November 1820 an in drei Räumen, die er sich mit einem Freund teilte, und hier verstarb er am 23. Februar 1821. Der arme Shelley (1792-1822) ertrank im Meer bei Viareggio, in der Toskana, wurde aber ebenfalls auf dem Cimetero Accatolico beigesetzt.

Adonais

49
Go thou to Rome,—at once the Paradise,
The grave, the city, and the wilderness;
And where its wrecks like shattered mountains rise,
And flowering weeds, and fragrant copses dress
The bones of Desolation’s nakedness
Pass, till the Spirit of the spot shall lead
Thy footsteps to a slope of green access
Where, like an infant’s smile, over the dead,
A light of laughing flowers along the grass is spread.

Und hier waren sie alle Kaffee trinken: Caffè Greco, Innenansicht.

(Alle Fotos wurden im November 2017 aufgenommen.)

 

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